Über Bauarbeiter kann man viele Vorurteile haben. Sie pfeifen Frauen mit knackigem Po hinterher. Sie machen öfters Mal ein Päuschen mit Zigarette und Dosenbier – „nur Mal gucken, ob’s auch gut aussieht.“ Wo sie ein Loch in die Erde buddeln, wird ein Kanal beschädigt, eine Erdgasleitung angebohrt oder das Telefonkabel zerlegt.
Ja, die Bauarbeiter. Eigentlich sehr nette Menschen. Grüßen morgens nett, wenn ich sie anlächle und halten ein kurzes Schwätzchen mit mir. Sie wecken mich auch extra schon zwischen 6 und 7 Uhr, damit ich nicht verschlafe. Und wenn sie mit ihren Bauarbeiten fertig sind, die Bauarbeiter, funktionieren auch die neuen Zu- und Abwasserleitungen ganz prima. Hoffentlich.
Aber auch wenn nun spezifisch die Bauarbeiter vor meiner Haustür sehr nette Menschen sein mögen, bewahrheiten sich manche Klischees einfach nur zu gerne. Denn damit alles reibungslos funktioniert und hübsch gebaut wird bei so Bauarbeiten, wird dem Bauarbeiterhandbuch gefolgt. Und da heißt es auf S. 153 doch tatsächlich: „Bei ordnungsgemäß ausgeführten Bauarbeit ist ein Bauarbeiter auszuwählen, der voll verantwortlich die Telefonleitung kappt. Ansonsten sind Bauarbeiten in vollem Umfang bzw. die Erlebnisse des Bauarbeitens für die Anwohner nicht in vollem Maße gewährleistet worden.“
Und so war es denn auch. Telefon tot, Internet tot. Router resetet – nix geht. Nun gut, kommt man wenigstens Mal aus dem Haus. Und draußen bot sich folgendes Bild: Fünf Leute in einem Kreis um einen ordentlichen Graben. Zwei mit Dosenbier, einer mit Zigarette, zwei mit verzweifelten Gesichtern.
„Da müssen wir wohl bei der Telekom anrufen.“
Ohoh…
Was wären schon richtige Bauarbeiten ohne durchgebaggertes Telefonkabel.
Demnächst: Ausgeliefert … der Telekom!