Auf der Suche nach den zwei Ls – ein Nachtrag zu SATC

“Sex and the City – der Film” hat viele auf die Suche geschickt. Nach den angesagtesten Schuhen, dem Prinzen in strahlender Rüstung auf seinem weißen Ross, dem Sinn und Unsinn von Serienverfilmungen. Vor allem aber nach den zwei Ls. Die Personen im Film jagen “Labels and Love” hinterher. Und draußen suchen sie die “Love Letters from Great Men”.

Carrie Bradshaw hält diesen Band in Händen, Um sich selbst für ein neues Buch inspirieren zu lassen. Die Briefe sind echt. Der Band ist es nicht. Trotzdem – oder besser: deswegen - stieg ein ähnliches Buch in den Hitlisten der Buchhändler schon kurz nach Filmstart eklatant nach oben

Warum? Achtung, ab hier wird gnadenlos gespoilert.

Weil Mr. Big daraus zitiert, um seine “etwas” vor den Kopf gestoßene Holde zurück zu gewinnen. Per E-Mail übrigens. Zum Schluss wird deswegen… alles gut. Er kann ihr schließlich den diamantenbesetzten Schuh nach einem Antrag im begehbaren Kleiderschrank anlegen. Und sie lebten glücklich bis an ihr Lebensende. Oder zumindest so lange, bis für Teil 2 neue Dramen her müssen. 

Aber zurück zu den Briefen. Liebesbriefe sind ganz wunderbar. Erst Recht die großer Denker, Dichter,… – das möchte ich ja gar nicht in Abrede stellen. Angeblich sollen sie sogar für lange und andauernde Beziehungen sorgen. Aber der unterstellte Hype geht mir gerade ein bisschen zu weit. SATC war tolles Popcorn-Kino. Es war nicht “Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins” in Originalversion – es war nichts anderes als ein Märchen, wenn man es so haben möchte. Ein schönes, kitschiges, vollkommen abgehobenes Märchen, in dem der tapfere Ritter nicht gegen Drachen sondern Missverständnisse und Kommunikationsprobleme ankämpft (es komme mir jetzt bitte kein Mann damit, dass Frauen manchmal nicht besser sind als Drachen). Und sicher mögen sich jetzt einige Menschen elaborierte Liebesbrief-Sammlungen in das Bücherregal stellen. Aber ob es damit getan ist? Ich will ja nicht böse sein… aber mir bringt es in der Regel auch recht wenig, wenn das Buch neben mir im Bett liegt und ich schlafe. 

Ich dachte ja schon, Disney hätte  Romantik-Vorstellungen verdorben. Sex and the City könnte das aber problemlos übertreffen, wenn demnächst schon alle pubertierenden Mädels poetische Liebesgeständnisse erwarten und nicht nur ein “ILD” per Handy. 

P.S.: Wer von einschlägigen Suchmaschinen hierher geschickt wurde und noch keine Antworten gefunden hat – auf welche Fragen auch immer – soll immerhin nicht ganz enttäuscht werden. Hier der Link zum in SATC zitierten Brief Beethovens an seine unsterbliche Geliebte… “ewig dein, ewig mein, ewig unß” 

P.P.S: Kleine Anmerkung, nicht am Rande sondern zum Schluss: Eigentlich fehlt dem Film nur eines. Besser einer. Patrick Dempsey. Dann wäre das Disney-Märchen perfekt.

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